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Interview Katja Schumacher: ‚Ich bin in der Form meines Lebens.‘

Kailua-Kona (Hi, USA) - Katja Schumacher stand lange zeit im Schatten von Nina Kraft, mausert sich aber in „reiferen“ Alter zu einer immer stärker werdenden Athletin. Vielleicht gilt tatsächlich die Weisheit, dass Frauen wesentlich länger im Ausdauersport erfolgreich sein können als Männer.

3athlon.de: Katja, Du lebst fast die ganze Zeit in den USA und pendelst von New York nach San Diego. In diesem Sommer bist Du aber häufig in Deutschland an den Start gegangen…
Katja Schumacher: Ich habe halt den ganzen Rhein-Neckar Cup gemacht. Die meisten Rennen sind halt für mich direkt innerhalb von 20 Minuten von meinem Haus erreichbar. Mittlerweile habe ich gute Connections mit den Veranstaltern. MLP ist einer meiner Sponsoren und da auch Hauptsponsor. Die Rennen sind toll organisiert, ich würde mir nur etwas mehr Konkurrenz wünschen. Wobei mit Kathrin und Heidi in diesem Jahr zwei schnellere Athletinnen da waren.

3athlon.de: Wann bist Du nach Kona gegangen, wie ist die unmittelbare Vorbereitung gelaufen?
Katja Schumacher: Ich war 4 Wochen in San Diego und bin erst am Mittwoch angekommen, wie die meisten Kalifornier.
Dieses Jahr habe ich mich an die Jungs angeschlossen. Schon in Deutschland habe ich manches mit Normann trainieren können, zusammen mit Mario, der sich selbst als „Trainingsschlampe“ von Normann bezeichnet. Erschreckt habe ich festgestellt, dass ich also mit 21-Jährigen trainiere (lachend). Als ich das erfahren habe, bin ich fast vom Rad gefallen. Das Training in Deutschland hat mir also viel gebracht, das hat mich weiter gebracht.
Daher bin ich in diesem Jahr von meiner alten Trainingsgruppe Heather Fuhr und Michellie Jones etwas abgewichen mit und mit den Jungs aus Normanns Team trainiert. Wenn ich mit Michellie trainiere ist das für den Kopf schwer, weil es eine direkte Konkurrenz ist. Wenn du da nicht mitkommst ist das weniger positiv und muss verdaut werden.
OK, in Deutschland hat Normann noch ab und an gewartet, wenn er mich abgehangen hat. In San Diego so kurz vor Kona geht das dann nicht mehr. Abhängen an sich ist OK, oft wurde ich nicht abgehängt. Die langen Radtouren und Läufe waren eine echte Bereicherung. Ich bin manchmal früher losgefahren, um mich nach 20 km einholen zu lassen. Manchmal muss ich mich aber ausklinken, was die zum Teil gemacht haben wäre zu hart für mich. An einem Tag haben sie 5000, 4000, 3000, 2000, 1000 Meter gemacht – das wäre zu viel für mich gewesen.

3athlon.de: Du wohnst wieder am südlichen Orstausgang von Kona im Kona Reef?
Katja Schumacher: Nein, ich habe dieses Jahr mit einem Ehepaar aus Heidelberg ein Haus genommen. Er startet sie supportet und genießt Hawaii.

3athlon.de: Was erwartest Du zum Rennen? Zeichnet sich eine Gesamtverbesserung ab?
Katja Schumacher: Ich habe das Gefühl, ich bin in der Form meines Lebens. Ich bin 2 Bestzeiten gelaufen. Einmal in einem Triathlon war es eine 37 Minuten. Das hört sich nicht schnell an, war für das Streckenprofil aber gut. Im Frühjahr war ein 4 Meiler im New Yorker Central Park ebenfalls stark. Die Zeiten habe ich nicht mehr im Kopf.

3athlon.de: Wie sieht es im Wasser und auf dem Rad aus? Das Schwimmen wird immer wichtiger…
Katja Schumacher: Geschwommen sind wir im Solana Beach Club. Ich schwimme derzeit so gut wie 2000, als ich versucht habe nach meinem Autounfall mich für Olympia 2000 zu qualifizieren. Jetzt schwimme ich die Hälfte und bin genauso schnell. Das ist das Training mit der Gruppe. Hartes Training steckt man im Wasser besser weg. 4 Mal die Woche hart Laufen geht einfach nicht., das kannst Du knicken…
Ich fühle mich auf dem Bike gut und habe nur den Vergleich mit den Jungs, ich bin beim Saturday ride nie so weit mitbekommen wie sonst. Ich denke nicht, dass sie langsam an dem Tag waren, weil Normann und Faris beide da waren und sicher nicht gepokert haben.

3athlon.de: Du befindest Dich auf dem Weg zu einer der begehrten Greencards. Was machen die Träume und Schäume zum Thema USA?
Katja Schumacher: Ich habe jetzt eine 3-Jahres Erlaubnis als Sportprofi. Damit bin ich in die Gruppe der „Special Abilities“. Wir warten das Ergebnis in Kona ab. Wenn ich unter die ersten 10 oder 5 komme, werde ich den Antrag stellen.

3athlon.de: Was gibt es neues von der Materialfront?
Katja Schumacher: Newton Running Shoes ist ein großes Thema. Damit habe ich die Bestzeiten gelaufen. Vom Alter sollte man keine neuen Zeiten erwarten, schließlich bin ich 39. Bei den Newtons habe ich das Gefühl es funktioniert. Durch die Lamellen wird die Energie gut gespeichert und man wird auch eher auf den Vorfuß gezwungen.

Mein Rad ist das gleiche, wie wir es im Windkanal im letzten Jahr hatten. Kestrel ist zwar gestern von Fuji Bikes übernommen worden. Mal schauen, was das für Folgen hat. Ich möchte gerne bei Kestrel bleiben und denke, dass erst mal alles beim Alten bleiben wird…

(Kai Baumgartner)

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