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Sieg und Niederlage

Challenge Barcelona 2009

Sieg und Niederlage, ein guter und ein schlechter Tag liegen so nah beieinander. Eigentlich war mein Ziel, meine Saison mit einem Challenge-Sieg abzuschließen, daraus wurde ein langes hartes Rennen ohne Höhepunkte und mit vielen Tiefpunkten. Eine Langdistanz im Triathlon ist vergleichbar mit der exponentiellen Funktion eines normalen Tages im Leben eines Menschen. Mit guten und schlechten Gefühlen, mit Hochs und Tiefs, nur sind diese um ein vielfaches verstärkt. Wenn man in einem normalen Tag gute und schlechte Momente erlebt, erklimmt man bei einer Triathlon-Langdistanz Berge, geht durch Täler und kann auch in eine Schlucht abstürzen. Ich bin diesen Sonntag nach dem Schwimmen aus dem Tal nicht mehr rausgekommen. Es lief einfach nicht, die Beine waren ohne Kraft, wie taub, fast eingeschläfert.
WARUM? Gibt es einen Grund? Hatte ich irgendetwas falsch gemacht? Zu hart oder nicht hart genug trainiert? – das kann ich mit ziemlicher Sicherheit ausschließen, dafür habe ich nach 13 Jahren Leistungsport zu viel Erfahrung. Vielleicht war die Entscheidung 6 Wochen vor dem Rennen zu kurzfristig, um mich mental richtig auf das Rennen vorzubereiten? War es die Erkältung, mit der ich mich eine Woche vor dem Rennen angesteckt hatte, oder habe ich ganz einfach einen schlechten Tag erwischt, der menschliche Körper ist eben keine Maschine. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht und will es momentan auch gar nicht analysieren.  Es war ein schlechter Tag, ich möchte das abhaken und nach vorne blicken mich auf die Dinge konzentrieren, die vor mir liegen, anstatt mit etwas zu hadern, das ich nicht mehr ändern kann.
Ich habe das Rennen gefinished und darüber bin ich sehr froh. Das erste und wichtigste Ziel, wenn man sich an die Startlinie einer Triathlon-Langdistanz stellt, sollte immer das Finishen sein. Etwas anderes macht keinen Sinn, dafür ist die Herausforderung, eine solch Distanz zu schaffen, zu groß. Der Sieg oder eine persönliche Bestleistung kann immer nur das sekundäre Ziel sein.
Der Sportler, der nur sich das Ziel setzt, immer besser sein zu müssen, wird zweifelsohne oft scheitern. Im Laufe eines so langen Rennens ergeben sich so viele verschieden Konstellationen. Es gibt immer Täler zu überwinden, für alle. Das Rennen ist nie entschieden bis, die Ziellinie überquert ist. Man darf nie die Hoffnung aufgeben oder aufhören zu kämpfen. Nur der, der immer an sich glaubt, wird am Schluss auch in der Lage sein, sein volles Potential auszuschöpfen. Dies ist das sekundäre Ziel, das man sich setzt und das sollte eins sein das, einen herausfordert. Mit der Herausforderung kann man über sich hinauswachsen und eine Leistung bringen, die man vorher für unmöglich gehalten hätte.

Trotz meines schlechten Rennens war es toll, beim ersten Challenge Barcelona dabei zu sein. Ich moechte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich fuer all die netten aufmunternten Worte waehrend und nach dem Rennen von Teilnehmern des Rennens Zuschauern, Freunden und Bekannten bedanken! Das war sehr nett von Euch: "VIELEN DANK!!!" Jetzt zum Rennen in Barcelona: Das Schwimmen im klaren Meer ist sehr schön, es gab durch den Wellenstart keine Prügeleien und auch die Markierungen waren gut auszumachen. Vielleicht könnte man noch ein großes Boot, das von weitem sichbar ist, an die Wende stellen. Die Radstrecke an der Costa Maresme ist zur Hälfte flach, zur Hälfte leicht wellig und landschaftlich sehr schön. Sie war perfekt abgesperrt und markiert. Die Organisatoren haben die Windschattenproblematik, die viele Rennen haben, sehr gut gelöst durch konsequente Schiedsrichter und Wellenstarts (die einzige Möglichkeit, ein faires Rennen zu gewährleisten). Die Laufstrecke ist komplett flach, eine 5km Wendestrecke mit 1km Anlaufweg. Die Volunteers an den Verpflegungstationen waren sehr nett und motiviert, und werden im nächsten Jahr dann sicher die Pepsi auch anreichen. Diesmal musste ich sie mir noch selber holen. Im Ganzen ein sehr schönes Erlebnis. Besonders die Begeisterung der Zuschauer ist enorm. Sicher, Barcelona hat keinen Solarer Berg wie Roth, ist aber auf dem besten Weg zu einem der Rennen mit richtig Atmosphäre zu werden. Vielleicht liegt es auch daran, dass es ein Challenge ist. Es gibt einfach auf der Welt keine Triathlon-Organisatoren, die mit dieser Begeisterung, diesem Engagement und Liebe zum Triathlon Rennen organisieren wie die Initiatoren der Challenge Family: die Familie Walchshöfer. Hier nochmal meinen ganz herzlichen Dank. Ihr rettet unseren Sport in einer Zeit, in der Geld und Prestige mehr wert zu sein scheint als Menschlichkeit und Freude an der Sache.

Sehr bedanken möchte ich mich auch bei den zahlreichen Zuschauern und Teilnehmern, die mich während und nach dem Wettkampf unterstützt, angefeuert und aufgemuntert haben. Das hat besonders die letzten Kilometer viel leichter gemacht. Ihr wart toll!!!

Katja