Oktober 2008: Tagebuch einer Verletzung
Tagebuch einer Verletzung.
Wie fühlt sich eine Profitriathletin, wenn Sie versucht sich von gebrochenen Rippen, einer Schulterverletzung und Platz- und Schuerfwunden zu regenerieren?
Ja, mir ist bei der ETU Europameisterschaften Anfang September auf der Rennstrecke von einer Autofahrerin der Weg abgeschnitten worden, beim Versuch auszuweichen habe ich den schwersten Sturz meiner Sportlerkarriere erlebt.
Zunächst, die erste Woche hatte ich nur Schmerzen. Konnte nichts selbermachen, nichtmal mich ins Bett legen oder aufstehen. Aufrecht sitzen war die beste Postion, jetzt ist das eine sehr ungewohnte für mich, die es gewohnt ist 2-8 Stunden am Tag sich aktiv zu betätigen.
Na ja, nach einer Woche wurden dann zumindest die Schmerzen besser, aber damit auch mein Drang irgendetwas zu tun... Da ich nicht Autofahren durfte war das etwas schwierig. Also bin ich nach 10 Tagen zum Kraftraum gelaufen, für mich eine fast unvorstellbare Aktion. Ich laufe eigentlich nirgendwohin. Zurück bin ich dann per Anhalter gefahren, weil der Bus nicht kam und ich nicht die Geduld habe 1/2h zu warten.
Jetzt ist alles fast 5 Wochen her, mache jetzt regelmäßig Krafttraining am OSP in Heidelberg und war auch schon ein paar Mal Radfahren, das geht auch schon ganz gut. Endlich darf ich auch ohne Schulterverband. Laufen war ich 3 Mal, aber das ist schon noch sehr schmerzhaft, ich laufe auf den Zehenspitzen in einem 6min Schnitt/km und muss so alle 10min eine Gehpause einlegen, weil ich keine Luft mehr bekomme, die Gelenke um die Rippen sind wohl so eingesteift, dass behindert die Atmung.
Schwimmen konnte ich leider noch garnicht, weil die doch sehr tiefen Schuerfwunden noch immer nicht ganz verheilt sind.
Aber alles wird von Tag zu Tag besser und ich denke in 2-3 Wochen kann ich wieder normal trainieren, und freue mich dann auf die nächste Saison. Jetzt geht es erstmal drum durch den deutschen Winter zu kommen , ohne Erkaeltungen und dann plane ich vielleicht schon im Januar mit 70.3 Sued-Afrika meine Saison zu eröffnen.
1.November:
Ich kann wieder normal trainieren. Schwimmen ist noch etwas steif, die Schulterbeweglichkeit ist einfach noch nicht ganz wieder da. Aber alles andere geht schmerzfrei – JUHU!
Zwar bin ich noch schrecklich langsam, aber das wird sich hoffendlich in den naechsten Wochen geben.
6. November:
Eine Woche mit 50 Laufkilometern und fast 200 Radkilometern.. es geht bergauf. Ich fuehl mich auch wieder wie ein Mensch..... Schwimmen ist zwar immernoch bei 2x pro Woche so 1500m-2500 und sehr sehr langsam, die Beweglichkeit und Kraft fehlt. Dafuer war ich seit der 2. Woche nach dem Unfall 3x pro Woche im Kraftraum und darf jetzt seit 2 Wochen auch wieder mit der Schulter Karfttraining machen. Durch geziehltes Aufbautraining der Stabilisierenden Muskulatur hoffe ich dass es beim Trainingseinstieg auch keine Probleme mit Folgeverletungen und Ueberlastungen gibt, die Muskulatur um die Schulter war durch die Verletzung und damit einhergehende Muskelhemmung komplett lahmgelegt, ist aber jetzt schon wieder fast auf altem Kraftniveau. Besonders das Training mit der Powerplate und dem Galieo war sehr erfolgreich, eine Technik die durch Vibrationen Muskelfasern aktiviert und so sowohl mehr Fasern aktiviert werden, als auch ein schnellerer Karftzuwachs zu erreichen ist. Ausserdem loesen sich Verspannungen und Narbenverklebungen im Gewebe.