Interview Katja Schumacher: 'Ironman 70.3 Oceanside ist ein Test'
San Diego - Katja Schumacher ist genauso wie Timo Bracht zum Ironman 70.3. California angereist. 3athlon.de unterhielt sich bereits im Februar kurz mit der Heidelbergerin und greift manche Aspekte auf.
3athlon.de: Katja, mittlerweile bist Du mehr in den USA zu finden, als in Deutschland. Wo hast Du Deinen Lebensmittelpunkt?
Katja Schumacher: Im Augenblick pendele ich im Rhythmus von 2-3 Wochen zwischen San Diego und New York. Das bedeutet 2-3 Wochen San Diego, dann 1-2 Wochen oder länger New York. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass man in New York auch sehr gut trainieren kann.
3athlon.de: Du hast aber sicher nicht die ganze Vorbereitungszeit in New York verbracht. Das hieße ja Schneeschippen ohne Ende!
Katja Schumacher: Nein, ich war im Januar auf Lanzarote und im Februar in San Diego, um unter anderem mein neues Rad im Windtunnel zu testen. Ich habe im Grunde durch neue Sponsorenverträge die meisten Sachen neu erhalten und eine ganz neue Sitzposition. Da taste ich mich im Augenblick heran.
3athlon.de: Du änderst also ähnlich wie Al-Sultan eine erfolgreiche Sitzposition recht spät in der Saison?
Katja Schumacher: Das kann man sicher nicht so vergleichen, weil mir die Details von Faris Setup fehlen. Ich fühle mich aber schon recht wohl auf dem Rad.
3athlon.de: Was erwartest Du denn von dem Rennen in Oceanside?
Katja Schumacher: Ich müsste dort in leichtem Vorteil gegenüber meinen Mitbewerberinnen sein, da ich gerade aus der Kälte New Yorks komme und die letzten Wochen dort trainiert habe. Der aktuell in Kalifornien herrschende Temperatursturz sollte viele Athleten schocken, die in Arizona oder Texas trainiert haben. Mit dem Startschuss im 6:40, bzw. 6:43 Uhr für die Damen prognostiziere ich ein frisches Rennen in den ersten Stunden. Es soll ja auch noch zusätzlich regnen.
Oceanside ist zunächst einmal nur ein Test. Ich teste neues Material vom Rad über einen neuen Wetsuit aus Australien bis hin zu Schuhen.
3athlon.de: Wenn wir die Prognose etwas eingrenzen würden, welcher Platz ist realistisch und auf welcher Formskala bewegst Du Dich, wenn wir das 3athlon-Maß heranziehen?
Katja Schumacher: Nicht in bester Form. Im Laufen würde ich mir eine 7 geben. Zur Radform kann ich kaum etwas sagen, weil ich wenig mit anderen trainieren konnte. Zum Teil bin ich auf Spinning-Bikes „unterwegs“ gewesen. Ich lasse mich da selber überraschen. Im Schwimmen gebe ich mir eine 9, hoffe ich.
3athlon.de: Was steht nach dem Test in der Saison an?
Katja Schumacher: Bis Ende April sind keine Rennen geplant. Ich werde in Absprache mit Paula Newby-Fraser mittlerweile das ganze Jahr von ihr betreut. Wenn ich im März in Form bin, kann ich das Ganze nicht bis zu den Hauptrennen halten. Ich möchte mich nicht mit Dreifach-Zyklen herumplagen, weil ich noch beim Wildflower, Ironman Florida und Ironman Couer D’Alene starten möchte.
3athlon.de: Wen betrachtest Du als die Top-Favoriten?
Katja Schumacher: Die Vorjahressiegerin Samantha McGlone ist als Kurzdistanzlerin sicher immer zu beachten. Dann steht bei mir Michellie Jones ganz weit oben auf der Liste. Sie hat zwar durch ihr Training für den Ironman Arizona nicht das gewisse Quäntchen Spritzigkeit, aber dafür sicher sehr viel Kraft auf dem Rad. Dann sind da noch weitere 5-6 Athletinnen, mich eingeschlossen, die sich um die Plätze zwischen Top 4 und Top 8 balgen müssen. Ich wäre erschrocken, wenn ich mit dem aktuellen Training mehr als Top 5 machen würde und müsste die Akzentuierung gänzlich neu ansetzen.
3athlon.de: Wirst Du auch Rennen in Deutschland machen oder meidest Du die Gegend?
Katja Schumacher: Von Meidung kann man so nicht sprechen. Es hat sich schlicht durch die neuen Sponsoren in den USA, wie mein Team VMG Racing und meine persönliche Lebenssituation ergeben.
Im August bin ich in Deutschland und Plane dort den Rhein-Neckar Cup und die Deutsche Meisterschaft auf der Mitteldistanz ein.
Kai Baumgartner
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