Sitemap
Durchbruch für Schumacher, Debakel für MTG-Männer


Ironman-Triathlon Hawaii aus Sicht der Region
von Ulrich Porsch, Rhein Neckar Zeitung

Kailua-Kona(Hawaii): Es war nicht zu hoffen gewesen, dass die Triathleten aus der Region das Ergebnis aus 2004 wiederholen könnten - Platz 1, 3, 8 und 14 für einen einzigen Verein (die MTG Mannheim) war zu einzigartig. Etwas weniger tief hätte Teamleiter Winnie Traub den Absturz seiner Langstreckenspezialisten aber doch gewünscht. Von den vier Mannheimer Profis konnte nur Uwe Widmann sein Vorjahresergebnis bestätigen. Der in Hofheim lebende Schwarzwälder kam in der ersten Verfolgergruppe aus dem Wasser, hatte die zweitschnellste Wechselzeit des Tages und fuhr mit einem 40er Schnitt durch die Lavawüste. Ein solider 3,07-Stunden Marathon brachte Widmann nach 8,37 Stunden als Fünfzehnten der 1800 Starter ins Ziel. Titelverteidiger Norman Stadler hatte zwei Reifendefekte und stieg aus - schon vorher hatte er auf 100 Kilometer dem späteren Sieger Al-Sultan nur 30 Sekunden abnehmen können…

Für Timo Bracht, der Vorjahresachte aus Eberbach, war nach 50 Kilometern "das Rennen vorbei. Ab da war es ein Triathlon wie früher: es ging ums Durchkommen. Das habe ich geschafft!". Platz 53 nach 9,02 Stunden standen für ihn nach einer langen Saison zu Buche, Brachts Fazit ist: "Auf Hawaii muss man sich eindeutiger vorbereiten, als ich es getan habe. Es waren im Spätsommer doch zu viele Rennen, die ich gemacht habe."

Einen deutschen Rekord verbesserte der amtierende Deutsche Meister Alexander Taubert doch noch, obwohl er als 88. nach 9,15 Stunden kein glanzvolles Ergebnis erzielte. Geschwächt von einer Viruserkrankung beendete ("finishte", im Triathletenjargon) zum 15. Mal in Folge das Rennen auf Hawaii - einsamer deutscher Rekord, und nur eine Handvoll Amerikaner war häufiger im Ziel am Alii Drive als der 36jährige Mannheimer.

Letztendlich gab es doch noch einen Podesplatz für die MTG - die Altersklassenathletin Maria Raether aus Weinheim erreichte in der Altersklasse 45 den dritten Platz in einer persönlichen Hawaii-Bestzeit von 10,43 Stunden.

Ohne Frage das Topergebnis aus regionaler Sicht erzielte die Heidelberger Profiathletin Katja Schumacher. Nach einer bereits furiosen Saison mit Siegen beim Rhein-Neckar-Cup, ihrem ersten deutschen Meistertitel (im August in Kulmbach) und einer Hawaii-Qualifikation "auf den letzten Drücker" mit Rang zwei beim Ironman England waren ihre Ziele nicht zu hochgesteckt. "Ich habe mit diesem Rennen noch eine Rechnung offen", meinte Schumacher im Vorfeld und spielte damit auf ihre Bilanz von drei Mal "did not finish" an. Ihr bester Platz vor letztem Samstag war der zwölfte, und ein Mal wollte sie sich eigentlich schon in den Top Ten sehen.

Nach einer Schwimmzeit von 58,49 Minuten befand sich die 37jährige Neuenheimerin schon genau dort - unter den zehn besten Triathletinnen beim Ironman Hawaii. Auf dem Rad gab sie bewusst nicht alles und hielt ihre Position zwischen dem achten und

dem neunten Platz. Da die Bedingungen an der Westküste von Big Island so gut wie lange nicht mehr waren, bedeutete das
trotzdem noch eine Radzeit von 5,13 Stunden für Schumacher. Den Knoten platzen liess sie aber erst auf den letzten fünf Kilometern.

"Vorher habe ich mich nicht getraut, ich bin hier schon so oft gewandert und langsam geworden, ich wollte die Reserven
bis zum Schluss halten - und das hat ja geklappt!" meinte sie glücklich nach dem Rennen. Denn auf diesem Schlussstück
konnte sie noch drei Konkurrentinnen überholen und mit einem beherzten 400 Meter langen echten Endspurt den sechsten
Platz sichern. Somit ist die Qualifikation für das nächste Jahr erreicht, ein ansehnlicher Preisgeldscheck eingefahren und

Schumacher kann sich im Winter überlegen, ob die Rechnung mit dem Ironman nun beglichen ist!


zurück


© 2004 KatjaSchumacher.com | Design by one4vision.de Impressum