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Auch Quadrathlet Andi Gantert hat sich mit dem Fall Schumacher befasst, da sich beide aus gemeinsamen Tranigsausfahrten in Heidelberg kennen. Er ist mit Katja Schumacher in E-Mail Kontakt getreten und hat sie nach den Hintergründen gefragt, um ihre Sicht der Dinge kennen zulernen: „Hallo! Nach den Dopingvorwürfen gegen dich, würde ich gerne auch deine Seite der Geschichte kennen lernen und sie auch gerne der Öffentlichkeit vorstellen. Für die Quadrathlon-online Webseite könnte ich mir vorstellen, dass wir einen freien Bericht von dir bringen könnten, wo du deine Sicht der Dinge vertreten kannst. Meiner Meinung nach sind folgende Fragen interessant und tragen zur Objektivität bei.

Was für ein Mensch bist Du?
So wie ich dich kenne: Bodenständig, sozial, engagiert, sportbegeistert, zielstrebig, offen und freundlich und vor allem fair und wer fair ist hat für mich nicht gedopt.
Was könnte zum positiven Befund geführt haben?
Hast Du einen bestimmten Verdacht? Paula hat auf Deiner Homepage über die Eigenverpflegungsproblematik in Frankfurt hingewiesen. In deinem ersten RNZ-Interview (Rhein-Neckar-Zeitung) hieltest du es jedoch für undenkbar, dass einem jemand so etwas antut.  Du hast mir die Mail über unsachgemäße Probenlagerung gesendet. Ich könnte mir noch vorstellen, dass du ohne es gemerkt zu haben mit der Nahrung Testosteron aufgenommen hast. Vielleicht gab es auch eine ärztliche Behandlung mit einer Spritze, die du als völlig harmlos erläutert bekamst.
So kann man sehr viel wahllos aufzählen, dann sortieren und eine Wahrscheinlichkeitsreihenfolge aufstellen. Irgendwas muss es ja schließlich gewesen sein.
Oder liege ich da falsch?
Im idealsten Falle findet man eine Ursache, die Dich als Opfer und nicht als Täter bestätigt. Wahrscheinlich kann man aber nur spekulieren. Und das ist doch eher unbefriedigend.

Herzliche Grüße,
Andi Gantert


Katja Schuhmachers Antwort:
„Hallo Andreas, Ich denke deine erste Frage, was ich für ein Mensch bin sollte jemand anders als ich selber beantworten. Ich kenne meine Fehler, kann aber schlecht über mich selbst urteilen. Das solltest Du tun, oder jemand anderes der mich kennt.
Zur Frage wie es zu dem positiven Ergebnis der Dopingtests von Frankfurt hätte kommen können halte ich nach langen Gesprächen mit Spezialisten und Ärzten 2 Möglichkeiten am wahrscheinlichsten.

1. Durch falsche Aufbewahrung der Urinprobe kann es zur Bakterienaktivität kommen, die falsche Resultate hervorbringt. Herr Prof. Dr. Franke hat auf einen Fall von 1994 hingewiesen, damals war bei der 800m Läuferin Diane Modahl ein extrem hoher Testosteronwert gemessen worden, der durch eine Bakterielle Entwicklung im Urin, begünstigt durch Wärme, hervorgerufen worden war

2. Oder mir wurde tatsächlich in Frankfurt was ins Getränk getan. Es gibt viele Möglichkeiten wer das getan haben könnte. Ich werde keine Verdachte äußern, denn solange nichts bewiesen ist möchte ich keine Unschuldigen verdächtigen. Das muss nicht mal jemand gewesen sein, der mich persönlich treffen wollte. Es gibt Verrückte, wie auch der Marathon in Athen wieder gezeigt hat, oder sogar ein Besoffener an der Strecke dachte es sei komisch. Ich weis es nicht und bin mir nicht sicher, ob wir jemals herausfinden können, ob das der Fall war und wer es getan hat.
ABER: es kann nicht sein, dass Getränke nicht bewacht werden, es ist die Pflicht des Rennorganisators alle Eigengetränke, die abgegeben werden, zum Schutz der Sportler ausreichend bewachen zu lassen.

Dass ich etwas in der Nahrung aufgenommen habe halte ich für unwahrscheinlich, denn das wäre ja über einen langen Zeitraum geschehen, und ich hätte bei einem so hohen Wert in meinem Körper Nebenwirkungen (Haarwuchs, tiefe Stimme, Ausbleiben der Periode, Aggressivität usw.) haben müssen, und die hatte ich nicht.
Aber ich habe schon am 26.8. eine Liste aller Nahrungsergänzungsmittel an die DTU gemailt, mir wurde versichert dem werde nachgegangen, da ich bis heute nichts dazu gehört habe werde ich jetzt selber Untersuchungen veranlassen.

Es ist schon alles fast komisch, ich habe mich vor Jahren mit den ganzen Dopingangelegenheiten beschäftigt und mich entschieden, dass das für mich nicht in Frage kommt (Sport ist mir wichtig, aber nicht so wichtig, und es gibt für mich auch ein Leben außerhalb und nach dem Sport), ich habe meine Ziele dementsprechend angepasst und habe auch ohne Doping immer wieder Rennen gewinnen können. Jetzt gibt es Dopinganschuldigungen gegen mich. Und ich muss beweisen, dass ich unschuldig bin, das wird schwer sein. Ich werde alles tun, um rauszubekommen was wirklich passiert ist. Und um meine Unschuld zu beweisen.

Und was mir jetzt genauso wichtig ist, ich muss die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, wie unsicher das System ist. Dass es bei einem Rennen jeder der 200 000 Zuschauer Zugang zu den Flaschen der Profis hat ist unverantwortlich. Dass mir und meinem Anwalt das Recht verwehrt wird bei meiner B-Probe anwesend zu sein, verstößt nicht nur gegen das Gesetz (jeder Sportler mit einer positiven A-Probe hat das Recht die Öffnung der B-Probe zu beantragen und bei der Öffnung persönlich, oder durch eine Person seines Vertrauens vertreten zu sein), sondern ist auch nicht nachvollziehbar. Ich will wie schon gesagt nichts äußern, was nicht bewiesen ist. ABER: Wenn es nichts zu verheimlichen gab, dann hätte man doch ganz einfach auch die B-Probe in Anwesenheit meines Anwalts, der auch einen Spezialisten mitgenommen hätte, öffnen und analysieren können.
Warum wurde mir dieses Recht verwehrt?

Ich kämpfe diesen Kampf nicht nur für mich. Nachdem was ich durchgemacht habe hoffe ich erreichen zu können, dass etwas Ähnliches niemals wieder einem Sportler, der niemals Dopingmittel zu sich genommen hat, passieren kann.
Das System muss für die Sportler sicherer werden, so dass Schuldige erwischt, aber nicht Unschuldige verurteilt werden.

Katja Schumachers Stellungnahmen von Bekannten von Katja Schuhmacher:
„Habe Katja Ende Februar in einem Trainingslager kennen gelernt. Dass sie jetzt in punkto Doping mit einem Startverbot von einem Jahr bestraft wurde und vor allem wie mit Ihr in der Presse umgegangen wird, finde ich ungerecht und Katja wird es bestimmt noch schaffen, ihre Unschuld zu beweisen.
Auf alle Fälle stehe ich fest hinter ihr, obwohl ich sie gar nicht so gut kenne, aber wer sie einmal kennen gelernt hat, kennt ihre Einstellung und die Liebe zum Sport und weiß, dass sie so gut ist, dass sie es nicht nötig hat, dopen zu müssen.

Alexandra Mitschke“ „Katja ist eine Frau, die Ihren Traum lebt."



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