Steckbrief
Meine sportliche Ausdauerkarriere begann vielleicht damit, dass meine Eltern mit uns Kindern, meinen 2Bruedern und mir, immer Wandern waren. Jedes Wochenende gings in den Wald zu stundenlangem Rumgelaufe. Ich habe es damals gehasst. Das ist auch heute noch so. Spazierengehen ohne Grund und Ziel ist nicht mein Ding.
Als wir dann in die Berge gefahren sind und die Spaziergaenge nicht mehr im Wald stattfanden, sondern wir einen Berg bestiegen haben, sah das bei mir mit der Motivation schon ganz anders aus. Oft ging die Wanderung auch 2Tage, dann haben wir auf einer Hutte in den Bergen uebernachtet um am naechsten Tag den Gipfel zu erreichen. Das ist Abenteuer und ein Ziel in Sicht. Ich war damals wohl so 8 oder 9 Jahre alt und der Ausdauersportler in mir geweckt.
Trotzdem hat es noch ueber 10 Jahre gedauert bis ich den Triathlonsport fuer mich entdeckt habe.
In der Schule habe ich Basketball gespielt, dafuer war ich aber zu klein, dann Paddeln im Fluss, da gabs wieder kein sportliches Ziel.
Das alpine Skifahren habe ich schon mir 31/2 Jahren gelernt und waere ich in den Bergen und nicht in Heidelberg grossgeworden, waere das wohl mein Sport geworden. So habe ich mich aufs Skilehrern und einige Skilehrerennen beschraenken muessen.
Reiten habe ich auch einige Jahre gemacht, keinere Tuniere bestritten aber als mein Lieblingpferd dann gestorben ist, war es fuer mich mit dem Spass vorbei.
Dann hat meine Rugbykarriere begonnen-oder eigendlich hatte die schon vorher begonnen- Heidelberg ist eine Rugbystadt, mein Vater spielt im Vereine und meine Brueder haben beide gespielt, als Kind habe ich bei den Jungs mitgespiel mit 12 Jahren hat mein Vater es mir dann verboten: Das ist kein Maedchensport. Das hat mir sehr gestunken.
Also habe ich, als ich dann 16Jahre alt war mit 2 Freundinnnen ein Frauenteam gegruendet, am Anfang war ich selbst auch noch gleichzeitig Trainerin. Den Traierschein hatte ich schon gemacht und auch schon einige Jahre ein Jungensteam trainiert. Das alles unter sehr kritischen Augen der alteigesessenen Rugbymaenner des Vereins. In diesem Verein war es Frauen naemlich ein paar Jahre frueher noch nichteinmal erlaubt gewesen Mitglied zu werden.
Unser Team war erfolgreich. Wir wurden 6x Mal Deutscher Meister, ein paar Jahre spaeter folgten die ersten Spiele mit der Nationalmannschaft, aber auch hier musste ich wieder die Erfahrung machen, dass man nicht alle koerperliche Unterlegenheit durch Schnelligkeit und Ausdauer wettmachen kann.
Und hier beginnt meine Triathlonkarriere:
Um fuer's Rugby fit zu sein, sind meine beste Freundin und ich ein bis zweimal pro Woche noch gelaufen und auch ab und zu geschwommen. Chris hatte schoneinmal einen Triathlon mitgemacht, und als wir erfahren haben, dass der Erste Heidelberger Triathlon direkt vor meiner Haustuere startet (auch heute noch ist das Schwimmziel 200m von meiner Wohnung entfernt), haben wir zusammen beschlossen, das mal zu probieren. Das war 1998.
2 Monate vor dem Start: Unsere erste Radtour ueber 40km. Ich weiss das noch wie heute, es war verdammt anstrengend, nach 20 km mussten wir eine Pause einlegen, da lagen wir dann total fertig auf einer Wiese und waren uns nicht ganz so sicher, ob wir das denn zurueck schaffen. Mit wundem Hintern und brennenden Beinen haben wir es dann doch geschafft und 17Uhr nachmittags waren wir beide so kaputt, dass erstmal Schlafen angesagt war.
Am Tag vor dem Rennen beim Abholen der Startunterlagen komme ich ins Gespraech mit Carola, die schon seit einigen Jahren fuer den Nikar Heidelberg bei Triathlons startet, sie gibt mir noch den Tip meinen Sattel doch ca. 10cm tiefer zu machen (ich hatte gedacht man sollte gerade noch so auf die Pedale kommen mit dem Fuss). War dann doch bequemer so.
Als ich Carola am naechsten Tag beim Wettkampf dann beim Laufen eingeholt habe sind wir zusammen weitergelaufen, und haben gemeinsam den ersten Heidelberger Triathlon gewonnen.
Seitdem hatte mich das Triathlon-Fieber gepackt.
Im naechsten Jahr sind Chris und ich nach Roth gefahren, um einen Freund beim IRONMAN anzufeuern. Die Energie, die ich an der Strecke gespuert habe, die Begeisterung und Freudentraenen im Ziel, das hat mich so faziniert, dass wir gemeinsam an diesem Tag in Roth 1990 beschlossen haben, hier in zwei Jahren am Start dabei zu sein.
Das gemeinsame Training hat super viel Spass gemacht. Eine weitere Freundin mit schon etwas Triathlonefahrung hat unser Team komplett gemacht, sie war Schwimmerin und hat uns zum Schwimmen und wir sie zum Laufen motiviert.
Mein erster IRONMAN 1992 in Roth war eine rundherum positive Erfahrung, keine von uns hatte sich irgendein Zeitziel gesetzt, Ankommen war die Devise. Also locker rangehen.
Es war wohl der einzige IRONMAN in meinem Leben, beidem es mir den ganzen Tag gutging, keine Durchhaenger, es hat von Anfang bis Ende Spass gemacht und als ich mit 10:16 Stunden die Ziellinie ueberquert habe hatte ich meine Altersklasse gewonnen und war uebergluecklich. Mit Chris 10:25 h und Baerbel 11 h hatten wir auch noch die Teamwertung gewonnen.
Das gab eine Party!!!!!!!
Und auch heute 10 Jahre spaeter macht es mit noch richtig Spass, der Sport ist mein Leben geworden. Sicher es gab auch harte Zeiten (siehe Bericht Sydney) wenn der Erfolg nicht da ist und auch nicht jedes Training macht Spass, manchmal ist es verdammt hart. Profitriathletin sein heisst nicht nur sich an schoenen Orten (Lanzarote, Mallorca, Californien, Hawaii) aufhalten zum Training und fuer Rennen. Es heisst auch sehr hart zu trainieren, sein Leben auf den Sport einzustellen, dazu gehoeren auch Ernaehrung und keine Discobesuche bis morgens um 4Uhr-oder sagen wir mal nicht nie - aber selten.
1995 nach meinem 3Platz auf Lanzarote habe ich beim Schwimmen ein paar Tage nach dem Rennen beschlossen Profi zu werden, oder besser: beschlossen zu versuchen, ob ich es schaffen koennte ich die Triathlon Weltspitze zu gelangen. Damals hatte ich absolut keinen finaziellen Hintergrund dafuer, der Flug und Aufenthalt in Lanzarote fuer das Rennen hatte meine letzten Ersparnisse aufgebraucht.
Die naechsten Jahre liefen immer folgendermassen: einen Job suchen, soviel Geld verdienen, dass ich ins Trainingslager oder zu Rennen fahren konnte, wenn das Geld leer war wieder heim und Jobsuchen. Die Jobs reichten von Massage in Trainingscamps ueber Kellnern und Barkeepern zu Putzen in Krankenhaeusern. Triathlonprofi ist definitiv kein Zuckerschlecken!
Mitlerweile muss ich ein Glueck aber dank Sponsoren und einigen Erfolgen nicht mehr putzen gehen, und kann mich voll auf meinen Job: Triathlonprofi konzentrieren.
In diesem Jahr werden der IRONMAN in Frankfurt und Hawaii meine Hoehepunkte sein. Dafuer habe ich mein Training und Ernaehrung umgestellt, ich werde einige Trainingslager unter Hoehenbedigungen durchfuehren und - nein sorry mein Training verrate ich hier nicht.
zurück
|