Gedanken 21.10.2004
1.Spiegel Artikel
Den Artikel im Spiegel finde ich sehr interessant. Und teilweise kann ich das auch nachvollziehen, wenn viele Sportler klagen, wird das fuer die Verbaende teuer.
Nur - auf Gerechtigkeit, und diese verankert durch Gesetze und Gerichte, ist unsere demokratische Gesellschaft aufgebaut. Sportler sind auch Menschen, und weder Sklaven noch Zirkustiere, und sollten auch das Recht auf gerechte Behandlung haben. Ich kann auch die Meinung von Herrn Denk (Veranstalter Ironman Frankfurt) "im Zweifel gegen den Angeklagten" nicht nachvollziehen. Das ist gegen unsere Gesetze.
2. Wetten in Frankfurt
Im letzten Bericht von tri2b.com sagt Kai Walter (Rennleiter Ironman Frankfurt), als Begruendung warum die Tatsache, dass beim Ironman Frankfurt 2004 Wetten, die ueber den Ausgang des Rennens abgeschlossen wurden, keinerlei Einfluss auf eine moegliche Manipulation des Rennens haetten haben koennen: diese seinen ja "maximal im zweistelligen Eurobereich" abgeschlossen worden. Das ist nicht war! Ich kenne persoenlich 2 Personen, die weit hoehere Wetten abgeschlossen haben. Ich kann nicht nachvollziehen, warum er das sagt. Weder 1000Euro noch 30Euro sind ein Grund jemanden zu vergiften.
Ich werde oft gefragt, "wer koennte das gewesen sein?", ich kann und werde bis nichts bewiesen ist keine Finger zeigen, denn dann koennte wieder jemand unschuldig angeklagt sein und das will ich nicht. Vielleicht kann ich irgendwann mal was beweisen, das bleibt abzuwarten.
Nur, dass die Organisation des Rennens damit Geld verdient, dass gewettet werden kann und dann gleichzeitig an ein paar Schiedsrichtern und Absperrungen gespart wird, das kann nicht sein. Da sind die Prioritaeten falsch. Ich unterstelle gar nicht, dass das bewusst geschehen ist, aber es ist geschehen und moeglicherweise hatte es schreckliche Folgen, das darf nicht mehr vorkommen. Da kaempfe ich nicht nur fuer mich sondern fuer das Recht und die Sicherheit aller Sportler.
3. Eidestaatliche Erklaerung
Glaubst Du ich wuerde eine eidestaatliche Erklaerung unterschreiben (wenn da gelogen wird kommt man soviel ich weiß ins Gefaengnis), mir einen Anwalt nehmen, der mit einem langjaehrigen Dopingbekaempfer zusammenarbeitet, wenn ich Dopingmittel genommen haette? Die Alternative oder wesentlich einfachere Loesung waere doch gewesen, das eine Jahr Sperre (dadurch verpasse ich nicht mal eine Saison) anzunehmen, und vielleicht irgendwelche Nahrungsergaenzungsmittel zu finden die es erklaeren.
4. B-Probe
Und was war das Motiv der DTU die Oeffnung der B-Probe nicht zu einem etwas spaeteren Termin zu machen, wenn sie sich so sicher waren, dass ich gedopt habe? Waere es doch noch besser gewesen mich in Wisconsin starten zu lassen, eine weitere positive Probe zu haben und mich dann lebenslaenglich zu sperren. Oder aber die B-Probe mit meinem Anwalt zu oeffnen und zu analysieren und mir dann auch den Titel in Wisconcin abzuerkennen. Denn wenn alles einwandfrei gelaufen waere mit den Proben, dann haette ja nach der positiven A-Probe auch die B-Probe positiv sein muessen und es haette keinen Grund gegeben Herrn Lehner und Herrn Heim (Wissenschaftler) nicht dabeihaben zu wollen.
Noch mal zum zeitlichen Ablauf: Mittwochnachmittag teilt die DTU Herr Lehner die geplante Oeffnung fuer Mittwochvormittag (nicht einmal 48h spaeter) mit. Herr Lehner hatte Gerichtstermine (das ist so bei einem Anwalt und laesst sich auch beweisen), Herr Heim der Experte, der mitgegangen waere war mit seiner Tochter in den USA, auch das laesst sich beweisen. Die B-Probe wird uebrigens sowieso nur gemacht, wenn ich sie beantrage, was ich auch getan habe, mit dem Zusatz meinen Anwalt und Herrn Heim dabeihaben zu wollen und das Labor in Koeln zu benutzen (diese Forderungen sind beide mein Recht), ich muss die Oeffnung und Analyse der B-Probe ja auch bezahlen.
5. Beweise
Herr Franke hat mir gesagt, dass wenn etwas gespritzt worden ist und in der hohen Konzentration auftritt, auch 4 Wochen spaeter hoechstwahrscheinlich noch was zu finden ist.
Ich habe noch am gleichen Tag, an dem ich von dem Ergebnis erfahren habe der DTU angeboten sofort in den Flieger zu steigen und mich weiteren Tests zu unterziehen. Das wurde als unnoetig und von keinerlei Beweiskraft abgelehnt. Dann habe ich mich bemueht den Test in den Staaten machen zu lassen. Das Labor hat mir bei meinem Anruf gesagt der Test muesse von meinem Verband beantragt werden. Auch das wurde abgelehnt. Hier wieder meine Frage? Wenn die sich so sicher waren, dass ich gedopt habe, warum nicht einen weiteren Test?
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